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    u p e r

    pa per Superpa p e r S

    u p e r p a p e r

    Superppaper

    No 82 . 08.16

  • 3 MKO KOLUMNE Der Geisterwald. Urbane Mythen. Einbildung und

    Realität

    4 ART Alte Witze

    5 ART Dein Viertel

    Deine Leinwand

    6 ART Lenbachhaus "Favoriten III"

    Neue Kunst aus München

    7 LIFE Degrado

    10 FASHION Berlin, Du bist so sonderbar

    11 PARTY August

    14 - 19 PORTFOLIO Celestin Krier

    22 - 23 PROGRAMM

    u p e r p a p e r

    e p a p r e p u S

    S u p e r pa p e r

    epa p r epu

    Herausgeber Hubertus Becker

    [email protected]

    Chefredaktion Hubertus Becker Mirko Hecktor

    Art Direction Mirko Borsche

    Bureau Mirko Borsche

    Grafik Jean-Pierre Meier

    Bureau Mirko Borsche

    CVD Noemie Stegmüller

    Lektorat Marvena Siegelmann

    Art Celestin Krier

    backtothecave.tumblr.com

    Redaktion Mirko Hecktor Natasha Binar

    Tino Rocca

    Im Grundschulalter

    gingen meine Freunde und ich wöchentlich auf ein verwilder-

    tes Grundstück. Darauf standen einige Scheunen und mehrere Peter Lustig-80s-Öko-

    Häuschen samt Bauwagen davor. Es gab kleine Bä- che mit umgefallenen Baumstämmen als natürliche

    Brücken und einen Wald, den wir Geisterwald nannten. Unser Ritual in diesem Wald war es die Spielgefährten derart von imaginierten, unheilvollen Gestalten zu überzeugen, dass alsbald die gesamte Gruppe davon überzeugt war, wir wären umringt von diesen Gespens- tern! Jeder hatte panische Angst, obgleich auch jedem klar war dass man selbst weit und breit weder andere Menschen, geschweige denn Geister gesehen hatte. Das ist der Modus des Geisterhaften, das Abwesende im An- wesenden. Hier abklopfen und das Begehren beenden. Nach einigen Jahren mussten wir feststellen das im Boden des ersten Stocks der Scheune, in der wir uns jahrelang vor unseren Vorstellungen versteckten und wie wild auf dem sich darin befindlichen Stroh her- umsprangen, ein vier Quadratmeter großes Loch un- ter der circa zwei Meter dichten Strohschicht klaff- te. Unter diesem Loch stand ein Traktor. Genauer gesagt rakten an diesem Ort die hochkant gestellten Schereninstrumente des Traktors senkrecht in die Höhe. Hätte die aufgeschichtete Strohdecke über

    dem Loch nachgegeben, wären mehrere oder zu- mindest einer von uns auf den messerschar-

    fen Klingen des Traktors aufgespießt wor- den. Ab diesem Zeitpunkt beendeten

    wir unsere Spektakelvorlie- ben im Geisterwald.

    De r GeiSterw

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    KO

    Quirin Brunnmeier Sonja Steppan Xenia Richter

    Angelika Schwarz FX Kar

    Niklas Barth Anna Meinecke

    Moritz Butschek Andreas Schmidt

    Oliver Liebig Annalena Roters

    Juno Meinecke

    Super Paper erscheint monatlich in

    einer Auflage von 15.000 Exemplaren.

    Kostenlos.

    www.superpaper.de

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    KOTON

  • alte alte

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    Arthur spazierte die Häberlstraße hinunter und dach-

    te an die die Zeit, als diese Straße sein Zuhause war.

    Der Radlmann, der sich fürchterlich über ungepfleg-

    te Räder aufregte, der vietnamesische Zeitschriften-

    händler, der pakistanische Bäcker, bzw. Backwaren Auf-

    wärmer, dessen Frau den Michael Jackson Fanclub in

    München betreute, und irgendwann das E-Caffe, diesen

    unglaublichen Ort, der später zu einem Laden wurde

    der den komplizierten Namen „Feinkostscharmützel“

    hatte, da wollte wohl jemand lustig sein. Doch seit vie-

    len Monaten hing dort eine Plastikplane im Fenster. Wie

    schade, dachte unser Freund, und erzählte es auch wei-

    ter. „so ein schöner Laden und jetzt seit Monaten Plas-

    tikfolie.“ Arthur erntete einen verständnislosen Blick.

    „Von dir hätten wir uns mehr erwartet - der Laden hat

    schon längst auf - die Folie ist eine Installation und

    sieht super aus - vorallem von innen.“ Arthur glaubte

    es nicht. So ging er das nächste Mal als er in der Ge-

    gend war durch die kurze Passage und dort stand über

    dem Eingang zu dem, jetzt anscheinend französischem

    Kunst-Cafe, ein Schild, auf dem „la folie“ zu lesen war.

    Arthur lachte und wachte auf. Es war wohl 5 Uhr mor-

    gens, er hörte seine Freundin in der Küche Kaffee ma-

    chen, und war glücklich nicht alleine zu sein. Bald würde

    sie die Wohnung verlassen um ihrer Arbeit als Früh-

    stücksdirektorin nachzugehen. Er würde noch etwas im

    Bett liegen bleiben, auf seinem Telefon herumdrücken,

    um dann von 6 bis 7 die Isar entlangzulaufen. Das war

    vielleicht die schönste Stunde seines Tages. Er versuch-

    te über seinen Körper nachzudenken, es gelang nur sel-

    ten, weil so viele Sachen gleichzeitig passierten. Die

    Luft, die dauernd rein und raus ging, die abwechseln-

    de Berührung der Füße mit dem Boden, das Anspannen

    der Muskeln, und dann waren noch die vielen Dinge, die

    man sehen konnte, Schwäne, Eichhörnchen, Krähen, das

    Wasser, Wiesen, Bäume, das Licht, die Flaucherbrücke, es

    war unmöglich es alles zu verstehen. Und man musste

    das auch gar nicht. Alles war da, alles war gratis, kein

    Baum wollte irgendwas von ihm, hatte Ansprüche. Über

    was er nachdachte, - das große Glück, daß es nicht mehr

    sein ehemaliges Büro war, und jemand, der von sich ge-

    glaubt hatte, er wäre ohne Makel. Wieviele Menschen

    dachten das eigentlich? Wieviele waren das, die wohl

    Angst davor hatten, einzugestehen, daß sie seit Jahren

    wohl vornehmlich, sich selbst belogen. Würden sie, der

    Wahrheit ins Auge sehend, vor einem nicht wegzuräu-

    menden Scherbenhaufen stehen. Wahrscheinlch einfa-

    cher sich ganz toll zu finden.

    Der Sommer war da und die Museen gaben, eins nach

    dem anderen, ein Sommerfest. Die Galeristen trafen

    sich im Schumanns, ein dort anwesender Künstler er-

    zählte Arthur später, er hätte sich zu Tode gelangweilt,

    eine Kuratorin erzählte ihm, es war eben so wie immer.

    Zu dem Bürgermeistersommerempfang war er erst

    gar nicht eingeladen gewesen, nachdem aber auch seine

    Freunde keine Einladung bekommen hatten, war er wohl,

    was das anging, in guter Gesellschaft. Es regnete sehr,

    als das Museum Brandhorst sein Sommerfest feierte,

    eine Anwesende erzählte, es hätte so gestunken, daß sie

    wieder gehen musste. Im Biergarten am Wiener Platz,

    nicht dem großen, sondern dem kleinen, etwas weiter

    hinten gelegenen, drückte ihm sein Freund Jonas eine

    kleine Kugel in die Hand, 1a Morphium, Apothekerquali-

    tät, und so blieb ihm das Sommerfest in der Villa Stuck

    zu dem er später ging in guter Erinnerung. Dann gab es

    auch noch die Akademie. Die Münchner Kunstakademie.

    Er hasste die Eröffnung der Jahresausstellung. Hunder-

    te von „Hallos“, Hunderte von Kunstwerken, wenn nicht

    Tausende. Das gleiche fand gleichzeitig in allen Städten

    mit Kunstakademie oder Kunsthochschule statt. Also in

    Hamburg, Leipzig, Weimar, Nürnberg, Berlin, Mannheim,

    Pforzheim, Köln, Düsseldorf, Kiel, Bielefeld usw. Überall

    hunderte von Künstlern, die einem etwas erzählen woll-

    ten. War das frustrierend? Waren da nicht sehr viele

    zukünftige Harz 4 Empfänger und Empfängerinnen da-

    bei? War das schlimm? Regelte das Leben nicht sowieso

    dann später alles? „Ach, ich bin jetzt Mutter, und küm-

    mere mich erstmal darum.“ „Bin jetzt doch was anderes

    geworden.“ „mache jetzt was mit Internet.“ Die Geschich-

    ten ehemaliger Kunststudenten machten ihm Angst. Er

    betrat, 3 Tage nach der Eröffnung die Fotoklasse, in der

    lauter schön gerahmte Bilder hingen. War es wirklich

    das, was Fotografie im Jahre 2016 zu sagen hatte? Nur

    ein Zimmer weiter konnte man sehen, wie es funktio-

    nieren könnte. Er war verwirrt. Doch gab es auch vie-

    le Dinge in anderen Räumen, die ihn glücklich machten.

    Ein gelblicher Spiegel, ein kaputter Pinguin, ein Raum-

    schiff, Bilder aus einem Magazin, ein Skateboard auf

    Plattenspielern, merkwürdige Fotodopplungen. Es war

    zuviel, viel zuviel. So spazierte er nachdenklich durch

    Schwabing, sah durch Fensterscheiben noch mehr Kunst,

    und verschwand in einem U Bahneingang.

    Der nächste Morgen sollte wieder ihm gehören, der Tag

    war jung, er freute sich sehr auf die Galerie Sperling,

    die wunderbare Kunst des Emperor Andrew, dann wollte

    er in den schönen Olhavn, all das tat er auch, irgendwo

    schenkte ihm jemand ein paar Gläser MDMA Bowle, der

    Tag war fantstisch gewesen, doch am nächsten hatte er

    einen so schlimmen Kater, daß er es nicht